Konzert am 08.05.2026 – AfricultureBobLey – Band

AfricultureBobLey – Band

Westafrikanisches Feuerwerk im Trommelpalast Mannheim

Ein musikalisches Feuerwerk aus Westafrika konnten die Besucherinnen und Besucher am Freitag, den 8. Mai, im Trommelpalast Mannheim hautnah erleben. Die Formation um den aus Conakry, der Hauptstadt Guineas, stammenden Musiker, Tänzer und Dozenten Ibrahima „Bobley“ Camara begeisterte mit einem energiegeladenen Konzert seiner Band Africulture Bob Ley.

Der seit 2013 in Mannheim lebende Künstler ist in der westafrikanischen Trommelszene längst kein Unbekannter mehr. Verbindungen bestehen unter anderem zur Musikerfamilie des legendären Famoudou Konaté sowie zum Nationalballett von Guinea. In der Region Mannheim, Ludwigshafen und Frankenthal ist Camara zudem als Trommel- und Tanzdozent aktiv und tritt regelmäßig mit verschiedenen Gruppen auf.

Bevor die fünf Musiker von Africulture Bob Ley die Bühne betraten, präsentierten sich zunächst drei Vorgruppen vor den knapp 100 Gästen im ausverkauften Trommelpalast.

Den Auftakt machte die Kindergruppe, die regelmäßig Unterricht bei „Bobley“ im Trommelpalast besucht. Acht Jungen und Mädchen zeigten an Djemben und Basstrommeln konzentriert, stolz und mit sichtbarer Spielfreude ihr erlerntes Können.

Im Anschluss folgte die sogenannte „Montagsgruppe“, eine Erwachsenengruppe der Trommelschule. Ebenfalls acht Trommlerinnen und Trommler standen mit neuen T-Shirts und dem von Bobley entworfenen Logo auf der Bühne und überzeugten mit fortgeschrittenem Spiel und kraftvollen Rhythmen.

Als dritte Formation trat die Music Academy Frankenthal auf. Die sechs Mitglieder präsentierten westafrikanische Trommelmusik mit großer Energie und viel Engagement. Die Gruppe gehört zum etwa 15-köpfigen Ensemble „Tolon Kadi“, das unter anderem regelmäßig im Kulturzentrum GLEIS4 in Frankenthal auftritt.

Nahtlos ging der Abend anschließend in das musikalische Highlight über. Während sich die Bandmitglieder von Africulture Bob Ley auf der Bühne versammelten, waren aus dem hinteren Teil des Saales bereits kraftvolle Djembeschläge zu hören. Trommelnd bahnte sich Musiker Toumany seinen Weg durch das Publikum bis zur Bühne und sorgte damit schon vor dem ersten Stück für Begeisterung.

Gemeinsam mit Alpha Sacko an der zweiten Djembe, Massa Dembele an der Kora – einer traditionellen westafrikanischen Stegharfe –, Diabate Brahma am Balafon sowie Bobley Camara am Basstrommel-Set entstand ein beeindruckendes Zusammenspiel traditioneller westafrikanischer Instrumente. Das Basstrommel-Set bestand aus Dundunba, Sangban und Kenkeni. In ihren neuen Kostümen mit traditionellen afrikanischen Mustern in Rot, Gelb und Grün beendeten die Musiker unter großem Applaus das erste Stück.

Für einen humorvollen Moment sorgte anschließend Toumany, der das Publikum mit einem herzhaften „Servus“ begrüßte, bevor er das nächste Lied in der Sprache Lélé ankündigte – einem kulturellen Ausdruck aus der Region Kissidougou in Guinea.

Mit unglaublicher Kraft und Geschwindigkeit entfachten die Musiker eine mitreißende Atmosphäre im gesamten Trommelpalast. Bereits im ersten Set hielt es die ersten Gäste kaum noch auf ihren Plätzen, und immer mehr Zuschauer wagten sich tanzend vor die Bühne.

Besonders beeindruckend war ein überraschender Auftritt Bobleys mit einer traditionellen afrikanischen Maske. Die kunstvoll mit Stroh und Muscheln verzierte Kopfmaske bedeckte den Tänzer vollständig und symbolisiert in vielen westafrikanischen Kulturen die Verbindung zwischen physischer und spiritueller Welt. Vor allem die Kinder in den ersten Reihen verfolgten die Darbietung mit staunenden Blicken.

Im zweiten Set zeigte sich die Vielseitigkeit der Musiker besonders deutlich. Mühelos wechselten sie zwischen den unterschiedlichen Instrumenten – vom Balafon zur Djembe, von der Kora zur Basstrommel bis hin zur Krin, einem ausgehöhlten Baumstamm mit warmem und zugleich klarem Klang.

Zwischendurch sorgte Bobley immer wieder mit spektakulären Tanzsprüngen für Begeisterung. Mit akrobatischen Flugeinlagen über seine Bandkollegen riss er das Publikum mit, das die Darbietungen mit lautem Applaus honorierte.

Spätestens gegen Ende des Konzerts war die ausgelassene Stimmung im Saal nicht mehr zu bremsen. Fast das gesamte Publikum strömte vor die Bühne und tanzte gemeinsam ausgelassen zu den westafrikanischen Rhythmen.

Zum Abschluss des Abends wurden schließlich Dirk Friederich und Gero Fei, die Gründer des Trommelpalastes Mannheim, auf die Bühne gebeten. Gemeinsam mit der Band spielten sie ein letztes Stück – Gero Fei an den Bongos und Dirk Friederich an der Djembe – und verabschiedeten damit das begeisterte Publikum.

(Text und Bilder von Bettina Gentner)